Das moderne Gebäude im Nordosten Kelsterbachs mit verglaster Außenfront und gewölbtem Dach, das von einer leichten Aluminium-Stahlkonstruktion getragen wird, fesselt sofort den Blick. Das Sport- und Wellnessbad ist unmittelbarer Nachbar des Kelsterbacher Sportparks mit Kegelbahn und diversen Sportanlagen. „Das kommunale Hallenbad aus dem Jahr 1965 mit dem 1982 angebauten Freibad erfüllte nicht mehr die Ansprüche unserer Badbesucher“, begründet Bürgermeister Manfred Ockel die Entscheidung, die Planungs-, Bau-, Finanzierungs- und Betriebsleistungen eines neuen Freizeitbades im Jahr 2007 auszuschreiben. „Den Bestand zu sanieren und zu unterhalten wäre zu einem Fass ohne Boden geworden – auch mit Blick auf sanitäre und energetische Defizite.“ Das neue Bad hat das Architekten-Team der kplan AG aus Abensberg entworfen. Kplan hatte bereits in einer Vorentwurfsphase die Machbarkeit eines Neubaus geprüft, der auf dem Baugrund des kommunalen Hallenbades entstehen sollte. „Die besondere Herausforderung bei diesem Projekt war, dass wir das alte Bad in zwei Phasen abbrechen und bei weiterlaufendem Saunabetrieb bereits mit dem Neubau beginnen mussten. Nur so konnten wir den Betrieb so lange als möglich aufrechterhalten“, so Stefan Faltermann vom städtischen Bauamt.
Das Sport- und Wellnessbad gliedert sich in zwei Baukörper aus Umkleide- mit Saunabereich und Schwimmhalle. Der Saunabereich besteht aus einer Saunalandschaft mit einem Innenbereich und einer Außenanlage. Im Inneren befinden sich neben einer finnischen Sauna auch eine Bio-Sauna, ein Dampfbad, Erlebnisduschen und ein Whirlpool; Ruhe- und Massageraum vervollständigen diesen Bereich. Die Außenanlagen der Saunalandschaft umfassen zwei Themensaunen, einen Saunahof mit Tauchbecken, einen Pool und den angeschlossenen Saunagarten. Der Gastronomiebereich ist zentral in das Baukonzept eingepasst. So können Schwimmhalle, Sauna und Foyerbereich gleichzeitig bedient werden.
Wichtiger Bestandteil des Baukonzepts sind die Außenanlagen. Die Schwimmhalle geht über eine weitläufige Terrasse direkt in die Außenanlangen über. In die Terrasse eingelassen ist ein 130 Quadratmeter großes Außenbecken, das mit dem Wellnessbecken im Innenbereich verbunden ist. Sprungbecken, Sommerkiosk, Beachvolleyballfeld und ein Wasserspielgarten bieten bei schönem Wetter viel Raum für Zerstreuung und Urlaubsgefühl im Grünen.
Herzstück des Neubaus ist die Schwimmhalle. Ihre Fassade besteht aus Isolierverglasung, die aus Faltelementen besteht. Dahinter verbirgt sich ein 25 Meter langes Sportbecken mit Hubboden, das Badegästen bei jedem Wetter genügend Raum verspricht, um in Ruhe ihre Bahnen zu ziehen. Von hier aus kann jeder Badbereich schnell erreicht und teils auch gut eingesehen werden. „Der offene Charakter des Gebäudes und seine leichte Bauweise macht es zu einer architektonischen Besonderheit“, ist sich der verantwortliche Planer Hans Gruber von der kplan AG sicher.
Die Dachpaneele sind mit einer transparenten Kunststoffmembran beschichtet, einer sogenannten ETFE-Folie (Ethylen-Tetraflourethyl-Folie). Die vierlagige Membran ist transparent, witterungsbeständig und selbstreinigend. Sie filtert gefährliche UV-Strahlung und sorgt dennoch für eine gesunde Bräune im sonnendurchfluteten Badambiente. Gut 24 Meter der Konstruktion liegen auf Schienen. Je nach Witterung kann dieser Teil per Knopfdruck geöffnet werden. „Öffnet man die Falttüren der Fassade und das Dach, entsteht echtes Freibadgefühl“, so Architekt Gruber. Wird die Schwimmhalle zum Freibad, befindet sich das Dach über dem großzügig angelegten Vorplatz am Badeingang und signalisiert den Kelsterbachern bereits vor der Tür den Badespaß unter freiem Himmel.
Viel Glas sorgt im Bad für einen hohen Anteil an natürlichem Licht. Dieser Energiegewinn wird im Jahresschnitt durch Verluste über die mobile Dachkonstruktion ausgeglichen. Die dick gedämmten Stahlbetonwände des Umkleide- und Saunatrakts liefern einen überdurchschnittlichen guten Wärmeschutz. In Summe punktet das Kombibad also mit einem ausgewogenen Energiekonzept, das das Architekten-Team um Hans Gruber in Kooperation mit der Technischen Universität Karlsruhe erstellt hat. „Gemeinsam mit der TU Karlsruhe überprüfen wir in einem nachträglichen Monitoring, ob die im Konzept verankerten energetischen Ziele erreicht werden“, fügt Gruber hinzu.
Gut 15 Millionen Euro investiert die Stadt Kelsterbach in das neue Bad. Die Öffnungszeiten und Eintrittspreise stehen jetzt fest, der Vorverkauf für Geld- und Geschenkwertkarten startet. Volker Külpmann: „Im Vergleich zu Bädern mit einem ähnlichen Bad- und Wellnessangebot, liegen wir im mittleren Preissegment – gerade weil wir in Kelsterbach primär ein Familienbad bleiben wollen.“ Im Sommer genießen sie die Sonne auf den Grünflächen um das Bad.
Wasserratten erfrischen sich bei einem Sprung in die Schwimm- und Sprungbecken der Außenanlagen – im Wasserspielgarten die ganz Kleinen. „Attraktion ist sicher auch unsere Saunalandschaft“, so Külpmann weiter. Im Innenbadbereich schwitzen Saunaliebhaber in der trockenen Hitze der Finnischen Sauna, regenerieren im Dampfbad und lassen sich vom Wasserstrahl der Erlebnisduschen massieren. Wer erhitzt eine Erfrischung im Freien sucht, wandelt im Adamskostüm durch den großen Saunagarten oder wagt einen beherzten Sprung ins Tauchbecken des Saunahofs. Erlebnisaufgüsse in zwei Themensaunen komplettieren im Außenbereich das Schwitzprogramm. Külpmann ist zuversichtlich, dass „mit dem neuen Bad ein wirtschaftliches, bedarfs- und standortgerechtes Zentrum für Schwimmen, Sport, Freizeit und Wellness geschaffen ist.“
Projektdaten
Objekt Sport-und Wellnessbad Kelsterbach
Planung kplan AG
Bau Züblin AG
Finanzierung Träger Stadt Kelsterbach
Betrieb GMF Gesellschaft für Entwicklung und Management von Freizeitsystemen
mbH & Co. KG
Gesamtinvestitionsvolumen 15 Millionen €
Konstruktionsdaten
Grundfläche Gebäude ca. 2.500 m²
Wasserfläche ca. 650 m²
Netto-Nutzfläche ca. 2.300 m²
Bruttogeschoßfläche ca. 4.090 m
Brutto-Rauminhalt ca. 20.000 m²
max. Dachhöhe Badehalle ca. 8,00 m
min. Dachhöhe Badehalle ca. 3,50 m
Dachhöhe Umkleidetrakt-Traufe ca. 4,20 m
Schwimmhalle mit angeschlossenem Saunatrakt und Zugang zu Außenanlagen, mobile Dachkonstruktion über Schwimmhalle macht das Bad zu einem Ganzjahresbad
Innenraum Saunalandschaft mit finnischer Sauna, Biosauna, Dampfbad, Erlebnisduschen, Whirlpool, Aufenthaltsbereich, Massageraum und Gastronomie. Außenanlagen umfassen zwei Themensaunen mit Saunahof und Tauchbecken, Pool und Saunagarten
Schwimmhalle erweitert Innenraum durch Terrasse mit integriertem Außenbecken Außenanlangen: Sprungbecken, Sommerkiosk, Beachvolleyballfeld, Wasserspielgarten, großzügiger Vorplatz definiert den Eingangsbereich vor dem Bad
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Öffnungszeiten
Saison 1. 9. – 31. 5.: Mo, Mi, Fr 14–21 Uhr, Di, Do, Sa, So 10–21 Uhr
Saison 1. 6. – 31. 8.: Mo–So 9–21 Uhr
Tarife
Zwei-Stunden-Tarif: Kinder 3 €, Ermäßigte
4,50 €, Erwachsene 5 €, Familien 13 €
Ganztagestarif: Kinder 5 €, Ermäßigte 6,50 €, Erwachsene 7 € und Familien 19 €
Frühschwimmer- und Abendtarif: Kinder
2,50 €, Ermäßigte 3 €, Erwachsene 3,50 €
Sauna inklusive Schwimmbereich (2,5 Stunden):
Erwachsene 13,50 €, Ermäßigte 12,50 €
Tageskarte Sauna inklusive Schwimmbereich:
Erwachsene 15,50 €, Ermäßigte 14,50 €