Umdenken – umsetzen
Die New Yorkerin Susie Ellis, Direktorin des Global Spa Summit, ist bei der Definition des heimischen Wellness-Marktes eher kritisch: Er sei „the most over-built and the most under-sold in the world“. Der Tiroler Unternehmensberater Franz Linser, starker Partner im Andenken und Umsetzen von Innovationen auf dem Gebiet des „Life Management“, schlägt in dieselbe Kerbe: „Wir haben zu viel auf die Architekten gehört. Wir bauten zu groß und zu viel und nicht selten lediglich das, was uns beim Mitbewerber ins Auge stach. Größer versteht sich.“ Nur, der neue Wellness-Konsument sucht laut Linser „nicht mehr den Behandlungsjahrmarkt, sondern Ruhe, Rückzug, Stressreduktion, Glück, das gute Einfache, das Echte“. Gute Hoteliers haben dies längst erkannt und widmen sich bereits anderen Wellnessstrategien. Linser sieht hier eine Trendwende zu einer Globalisierung des Wohlfühlens. „Das bietet Internationalität und Qualität. Es geht nicht mehr darum, sich als Handlanger der überarbeiteten und gestressten Welt zu positionieren und Wellstress statt Wellness zu offerieren“, unterstreicht Linser. „Das Wellnesshotel der Zukunft wird zum Partner in lebensstilrelevanten Fragen avancieren.“ Prävention steht hierbei immer mehr im Mittelpunkt, fachlich kompetente Anwendungskonzepte anzubieten scheint das Rezept der Zukunft zu lauten. Gefragt sind laut Linser „Markorientierung, Differenzierung, Nischenprodukte und viel Know-how. Vor allem aber professionell geplante Unternehmenskonzepte mit klaren Nutzerargumenten für die Zielgruppen von morgen.“
Die richtige Balance
Ein gewisses Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben zu erreichen ist in der Regel oft der Schlüssel zu einem ausgewogenen Dasein, auch die richtige Mitarbeitermotivation scheint letztlich hierin begründet zu sein. Weltweit gibt es einige Unternehmen, die sich viel einfallen lassen, um eben genau diese Motivation anzukurbeln. Und hier spielt auch die mentale Kondition eine große Rolle – Unternehmen wie Google haben das erkannt und in dieser Hinsicht Pionierarbeit geleistet. Es gelang, was für andere nur reines Wunschdenken bleibt: Sie haben nicht nur den Spaß an der Arbeit selbst, sondern auch Bindung und Zugehörigkeit erzeugt und gehörig gefestigt. Geld ist nicht mehr der einzige Motivationsgrund. Positive Erlebnisse, die die persönliche Entfaltung und Kreativität fördern, sind gefragt. Chill-out-Zonen zum Entspannen zwischen den Büroräumlichkeiten wirken oft wahre Wunder. Auch die Wellnessbranche hätte in diesem Bereich noch viel zu bieten, weg von der reinen Verwöhnkultur, hin zu einem eigenverantwortlichen Umgang mit sich selbst und seinem Körper.
(Redaktion: Christine Müller)





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