Infrarotkabinen im überblick
22.12.2009
In der Wärme liegt die Kraft
Text Gudrun Haigermoser

Trotz der steigenden Beliebtheit der Infrarotkabinen scheiden sich ob ihrer Wirkung nach wie vor die Geister. Die gute Nachricht ist, dass das Benutzen einer Infrarotkabine – natürlich immer unter Beachtung bestimmter Regeln – nicht gesundheitsschädlich ist. Die schlechte Nachricht folgt aber auf den Fuß: Eine wundersame Heilkraft darf man sich von den Kabinen auch nicht erwarten! Wie bei allen Produkten gilt, sich gut zu informieren und unterschiedliche Varianten zu testen, um das richtige Produkt für den gewünschten Entspannungseffekt zu finden.
Und wie wirkt’s?
Dass Wärme allgemein angenehme Empfindungen auslöst und entspannt, ist unumstritten. In vielen (Therapie-)Bereichen können Infrarotwärmekabinen unterstützen und gute Ergebnisse erzielen. Viele Menschen empfinden die langsame Erwärmung, die gemäßigte Temperatur und die trockene Hitze in diesen Kabinen angenehmer und kreislaufschonender als etwa das feucht-heiße Saunaklima. Die Anregung der Stoffwechsel- und Kreislaufaktivität, Schmerzlinderung bei Entzündungen, Vorbeugung bei Erkältungen und grippalen Infekten, Unterstützung bei der Behandlung von Hautproblemen, Steigerung des Blutkreislaufes und somit Senkung des Cholesterinwertes sowie effizientes Aufwärmen vor dem Sport sind nur einige der positiven Effekte, die Benützer und Hersteller mit Infrarotkabinen verbinden. Schnelles Aufheizen, geringer Energiebedarf, kompakte und platzsparende Bauweise, die Möglichkeit des flexiblen Aufbaus und somit auch die Integration in den Wohn- und Schlafbereich sind weitere Pluspunkte, die für die vielseitigen Kabinen sprechen.
Unterschiedliche Wärme
Infrarotwärmekabinen erwärmen den Körper über Infrarotstrahlung. Der größte Teil der Strahlen bzw. der Energie wird erst beim Auftreffen auf den Körper – und nicht schon in der Raumluft – in Wärme umgewandelt und teilweise absorbiert. Durch das Eindringen der Wärme in den Körper entsteht dann das erwünschte angenehme Wärmegefühl. Die Bestrahlungsstärke ist das Maß für den verwendeten Grenzwert (3.550/m² bei einer Dauer von 10 Sek.) bezüglich Hautverbrennungen und wird in Watt pro Quadratmeter angegeben.
Die richtige Wellenlänge
Infrarot (IR) ist eine natürliche Strahlung, die uns jeden Tag begegnet und die gerne auch als „Wärmestrahlung“ bezeichnet wird. Die Sonne ist der größte natürliche Infrarotspender. Sie strahlt Energie in verschiedenen Wellenlängen aus. Die kurzwellige Infrarot-A-Strahlung (Wellenlänge von 780 bis 1.400 nm) dringt bis ins Unterhautgewebe ein und sollte medizintechnischen Anwendungen vorbehalten bleiben. Im mittleren IR-B-Bereich (1.400 bis 3.000 nm) nimmt die Eindringtiefe bereits stark ab, mit diesen Strahlen wird die Netzhaut des Auges nicht mehr erreicht. Der Körper beginnt rasch mit dem Schwitzen. Es wird jedoch in diesem Spektrum nur der obere Bereich ab ca. 2.000 bis 3.000 nm empfohlen Bei den langwelligen IR-C Strahlen (Wellenlänge von 3.000 bis 25.000 nm) bleibt die Eindringtiefe gleichmäßig unter 1 mm. Das heißt, die Energie der Strahlen wird direkt an der Hautoberfläche aufgenommen. Die empfundene Wärme wird von den Blutbahnen und Lymphströmen im ganzem Körper verteilt. Die Körperkerntemperatur steigt (Tiefenwärme), und der Schwitzvorgang beginnt.
Strahler-Vielfalt
Die Art der am Markt befindlichen Strahler lässt sich nicht vereinheitlichen. Die Strahlertypen in den Kabinen unterscheiden sich durch ihr Material, die Bauart und die Anordnung. Je nach der Temperatur der Oberfläche werden unterschiedliche IR-Strahlen abgegeben. Man kennt großflächige Infrarot-C-Paneele, IR-C-Strahler, IR-A- und IR-B-Strahler. Um welche Art der Strahler es sich handelt, lässt sich optisch leicht feststellen. IR-A- und IR-B-Strahler müssen generell so hohe Temperaturen haben, dass der Strahler „glüht“ und somit auch einen sichtbaren roten Anteil hat. IR-C-Strahler liefern kein sichtbares Licht und bleiben somit „dunkel“. Zur genauen Klärung sollte man sich vom Hersteller ein Leistungsdiagramm vom Infrarot-Spektrum der Strahler geben lassen. Teststudios und Prüfberichte bieten zusätzliche Entscheidungshilfen.
Kombinationen im Vormarsch
Am Anfang war die Kabine, die Wärme abstrahlte. Sie war zumeist zum Sitzen oder auch mit beweglichen Lehnen ausgestattet, vielleicht gab es buntes Licht, ein wenig Aroma und Musik. Je länger dieses Produkt aber am Markt ist, desto vielfältiger werden Kombinationsmöglichkeiten. Es gibt Kabinen für eine bis zu 10 Personen, Kombimöglichkeiten mit Sauna, Biosauna und Solarium, Regenbogenlicht, Aromadüfte und immer mehr auch Liegekabinen für erhöhten Komfort. Die Kabinen sind in der Regel aus langlebigen Holzarten gefertigt, zum Teil in Kombination mit Glas. Auch hier wird die Auswahl größer und die Optik trendiger. Da die Hersteller ja auch mit Infrarotkabinen für den Wohnbereich werben, gibt es vor allem für die Außenfronten immer mehr edle Ausführungen!

SCHWIMMBAD + THERME
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